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Gewalt und Politik

Nr. 9, Winter 1995

Hochfliegende Illusionen über eine gewaltfreie Internationale Ordnung nach dem Ende des Kalten Krieges sind abgestürzt. Der Enttäuschung folgte zunächst Lähmung. Nun haben wir hektische Betriebsamkeit. In den Sozialwissenschaften hat erneut ein Gegenstand Konjunktur, der zumindest für die nördliche Hemisphäre seine Brisanz eingebüßt zu haben schien: Gewaltphänomene. WeltTrends versucht, der Vielgestaltigkeit der Ursachen und Erscheinungen von Gewalt in der nachkonfrontativen Welt nachzugehen.
John A.Vasquez weist in seinem Beitrag nach, daß Krieg ebenso wie Frieden soziale Konstrukte sind, daß Frieden folglich erlernt werden kann. Eine völkerrechtliche Perspektive zur Gewaltdebatte wird von Anthony Carty beigesteuert. Antony Minnaars empirische Studie zu Gewaltmustern in Südafrika öffnet Einblicke in diese Gesellschaft nach der Überwindung der Apartheid. Felipe Mansilla ermöglicht mit seinen Überlegungen zur politischen Gewalt in der Andenregion ein tieferes Verständnis für die Eigentümlichkeit der sozialen Entwicklung in Lateinamerika. Auf dem Streitplatz diskutiert Volker Gerhardt die Aktualität von Kants 200 Jahre alten Schrift “Zum ewigen Frieden”. Mit Beiträgen von Konrad Klingenburg und Andreas Nölke wird die in Heft 8 begonnene Debatte zur Reform der UNO fortgesetzt. Die Haltung der Thatcher-Regierung zur deutschen Vereinigung stellt Ian Connor vor. Hinzu kommen ausführliche Literatur- und Konferenzberichte sowie Rezensionen.

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