Die Abhängigkeit der EU von Russlands Gaslieferungen und die Zuverlässigkeit des Transitlandes Ukraine sind hochgradig umstritten. Für den Politologen Jacopo Pepe zeigen sich dabei jedoch keine existenziellen Bedrohungen für die Versorgungssicherheit Europas, sondern konstruierte Diskurse. Er argumentiert, dass es sich hier nicht um geopolitisches, sondern um ein ökonomisches Problem handelt. Dieses wurzelt in dem ukrainisch-russisch Gasgeschäft der 1990er Jahre. Geopolitische Fragen und belastete politischen Beziehungen haben die Krise zugespitzt und die russische Reaktion verschärft. Erst so konnte das Umfeld für einen “Securitization”-Diskurs entstehen, der mit geostrategischen Zielen der USA übereinstimmt.
Die Lösung muss sowohl (geo)ökonomisch als auch geopolitisch erfolgen: Geoökonomisch durch die Gründung eines europäisch-russisch-ukrainischen Konsortiums für die Verwaltung des International Transport System der Ukraine; geopolitisch durch eine kooperative Neuvermessung des Verhältnisses der EU mit Russland. Nur dadurch kann ein erneutes Scheitern der Gasversorgung Europas verhindert werden.

| Jacopo Pepe |
| Universitätsverlag Potsdam, 2011. - 134 S. |
| Horizonte 21 Band 3 |
| ISSN 1868-6222 |
| ISBN 978-3-86956-098-4 |
| Preis: 8,00 ¤ |
| Erhältlich über den Universitätsverlag Potsdam |